Lektion 5

Griechische Philosophie

Alle uns bekannten Hochkulturen (Ägypten, Babylon, Indien, China) weisen eine Gemeinsamkeit auf: für sie alle ist ein Nachdenken über die Welt und das Schicksal der Menschen charakteristisch. Konkret heißt das: Die Menschen unternahmen es, die Naturkräfte zu begreifen, sie versuchten in ihrem Dasein einen Sinn zu entdecken und sie entwickelten Vorstellungen, um die Macht des Todes brechen zu können (z. B. Seelenwanderungslehre, Leben in einem Totenreich).

Die älteste Form der Weltdeutung ist der Mythos. Alle bedeutenden Ereignisse und Erscheinungen im Lebensbereich und Lebensumfeld der Menschen (Lauf der Gestirne, Blitz und Donner, Fruchtbarkeit und Dürre, Geburt und Tod, Gesundheit und Krankheit, Liebe und Hass) wurden lange Zeit auf göttliche Mächte und Einflüsse zurückgeführt, und der Glauben war, die Götter existieren wirklich und wirken in die Natur und in das Leben der Menschen hinein.

Im sechsten Jahrhundert v. Ch. beginnt sich in Griechenland eine neue Sichtweise, ein neues Denken durchzusetzen: Ablösung von der mythischen Weltdeutung hin zu einer rationalen Erfassung der Wirklichkeit. Als griffige Formel ist für diesen Sachverhalt die Wendung geprägt:
„vom Mythos zum Logos“

Diese neue Form der Weltzuwendung ist durch ein selbständiges Nachdenken geprägt, das durch die Verwunderung, ja auch Erschütterung über die Fragwürdigkeit der Welt ausgelöst wird.

Es beginnt die methodische Suche nach Wissen um seiner selbst willen. Die Menschen berufen sich jetzt auf die ihnen eigene Vernunftfähigkeit, den „Logos“…

Erst im zweiten Schritt befasste sich die Philosophie mit dem Menschen und gab/gibt Anleitung „zum guten Leben“ …

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