Lektion 8

Die Architektur in der Antike

Ein Name ist wichtig aus dieser Zeit: Vitruv – der Architekt. Er lebte im ersten Jahrhundert vor Christus und war unter Cäsar und Augustus überwiegend mit Ingenieursaufgaben betraut. Im Ruhestand verfasste Vitruv seine „Zehn Bücher“ über die Baukunst, um als erster eine systematische Darstellung des gesamten Gebiets der Architektur vorzulegen.

Tatsächlich behandeln die „Zehn Bücher“ eine sehr breite Spanne, von der Ausbildung des Architekten bis zu seinen Bauaufgaben, von den Baumaterialien bis zu den Bauformen der Tempel, aber auch Farbenlehre, Wasserleitungen und Maschinenbau etc. Diese Bücher waren eine wichtige Grundlage für spätere Architekten. Daraus lernten sie die Kenntnisse der antiken Architekturtheorie. Auf diese Bücher von Vitruv griffen bereits die Baumeister der Romanik zurück und die Architekten der Renaissance und des Klassizismus nutzten sie erst recht. Die späteren Architekten hatten den Vorteil, dass sie die zahlreichen römischen Ruinen betrachten und vermessen konnten.

Vitruv beschrieb Definitionen über ästhetische Grundbegriffe der Baukunst und allgemeine Kriterien für die Beurteilung von Baukunst: Die Teile eines Baukörpers sollten in angemessenen Größenverhältnissen zueinander stehen, der Baukörper sollte von anmutigem Aussehen sein und alle Teile eines Bauwerks sollen sich zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk fügen. Durch diese drei Kriterien wurde die Proportionierung des Bauwerks zur ästhetischen Schlüsselfrage der architektonischen Gestaltung.

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