Lektion 10a

Einführung in die wissenschaftliche Arbeit - Teil I: Menschenbilder prägen die Theorien

Die Kulturgeschichte kennen – und „gescheit“ darüber reden, das sind zwei Paar Schuh. Auch das Gespräch über alltägliches politisches und gesellschaftliches Geschehen entgleitet einem oft, vernebelt die Sachlage eher, als es sie erhellt. Grund ist, dass wir uns nicht bewusst machen, dass Sprache und Wertschätzung auf persönlicher Erfahrung und dem Charakter basieren… der nötige „nüchterne“ Blick somit eher ungewöhnlich ist. Deshalb an dieser Stelle ein paar Hilfestellungen zum sachgemäßen Umgang mit Sprache.

Ein nüchterner, eher wissenschaftlicher Blick ist so schwer nicht, wenn man ein paar Grundregeln kennt.

Erste Überlegung:
Eigentlich müssten doch wenigstens alle Wissenschaftler einer Professur die gleichen Anschauungen haben. Das ist aber keinesfalls so – und bei Laien erst recht nicht! Menschenbilder prägen Theorien.

Jeder Mensch ist (unterschiedlich) geprägt durch seinen Charakter, seine Umwelt und seine Erziehung und jeder (Human-)Theorie liegt ein bestimmtes persönliches Menschenbild zugrunde! Nach diesem Menschenbild baut man sich seine Theorie auf.

Sollten Sie es in einer Diskussion mit einem „Menschenverächter“ zu tun haben („Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, Hobbes), selbst aber ein durchaus positives Menschenbild haben („Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung“, Maslow), dann haben sie zu tun. Einigung ist hier ziemlich ausgeschlossen.

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