Lektion 11

Auswirkungen der Christianisierung auf Alltag und Kunst

Als das Christentum Fuß fasste, hieß das: Weg vom Naturglauben hin zum Monotheismus (zum Ein-Gott-Glaube). Während die Menschen vor der Christianisierung für jedes Anliegen einen Gott hatten, es also viele Götter gab - gute und böse - sollten sie nun an einen einzigen Gott glauben. Noch dazu an diesen relativ abstrakten Gott und seine Dreifaltigkeit (Gottvater, Sohn und der Heilige Geist).

Das war natürlich eine große Umstellung, die das gesamte Welt- und Menschenbild veränderte. Eine völlig neue Kultur entstand: Der Glaube war jetzt ein Offenbarungsglaube, der auf Mythen weitestgehend verzichtete. Der neue Gott hatte sich den Menschen offenbart. Sie mussten seinen Worten glauben und bekamen so Maßregeln für ein gutes Leben, an dessen Ende - wenn ihr Leben gottgefällig war, oder sie kurz vor ihrem Tod noch beichten konnten - die ewige Seligkeit im Himmel winkte. Andernfalls mussten sie ewig in der Hölle schmoren.

Mit dem neuen Glauben änderte sich auch das Menschenbild, der Blick des Menschen auf sich selbst. Im christlichen Glauben ist der Mensch einerseits das Ebenbild Gottes, gleichzeitig ist er aber durch die Erbsünde – Evas Griff nach dem Apfel der Erkenntnis – verdammt. Gottes Sohn musste durch seinen Tod am Kreuz die Menschen von dieser Urschuld erlösen.

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