Lektion 12

Romanik und Gotik

Der spätere Blick auf das Mittelalter war einerseits romantisch verklärt, andererseits wurde das Mittelalter als kriegerisch und zurückgeblieben dargestellt.
Die Zeit der Romanik ist heute sehr schwer zu verstehen, wir freuen uns über schöne klare Kirchen in grauem Stein. Aber das was wir sehen, ist keine Romanik, was wir sehen sind nur steinerne Überbleibsel einer vergangenen Zeit, da diese Bauwerke fast immer mehrmals umgebaut wurden. Oft sind von der originalen Kirche nur noch die Steine des Fundaments geblieben.

Wir können heute nur noch ahnen, wie vor 1.000 Jahren das Leben in Germanien aussah: Die Menschen lebten in dunklen Wäldern. Die Natur schien durchdrungen von überirdischen Kräften. Aus dieser Zeit stammen unsere Märchen und Sagen. Der Gottesdienst hatte magischen Charakter.
Die Kirche war in erster Linie für die Priester und Mönche da, der Gemeinde wurde nur an hohen christlichen Feiertagen der Eintritt gestattet. Und da muss den Menschen der Kirchenbesuch wie ein Wunder vorgekommen sein: prächtig, bunt, voller Licht, die vielen Menschen… und die liturgischen Gesänge beeindruckten besonders.

Unser Bild der Gotik ist von der romantischen Verklärung des 19. Jahrhunderts geprägt. Man denkt an Könige, Kreuzritter, fahrende Soldaten, an mittelalterliche Straßen mit malerischen Gassen. Die Gassen waren jedoch angehäuft mit Fäkalien, Abfall und Abwasser. Es stank und es wimmelte von Ratten, Läusen und Flöhen. Es gab noch keine Schornsteine, der Rauch kam direkt aus den Türen und den mit Fell verhangenen Fenstern…

zurück        
 

 

 
 
 
 
 

© 2008-2014
Marienberger Seminare e.V. und
Akademie der Marienberger Seminare