Lektion 17

Moderne Naturwissenschaft - Galilei und Newton

Das Experimentieren gehört für uns heute ganz selbstverständlich zur naturwissenschaftlichen Lehre und Forschung. Der Fortschritt hängt von zum Teil sehr aufwendigen experimentellen Verfahren ab.

Das war für Aristoteles und selbst für die Naturwissenschaftler des Mittelalters noch nicht so, im Gegenteil. Technische Experimente, auch einfache, wurden prinzipiell als nicht wissenschaftlich abgelehnt. Die Natur sollte sorgfältig beobachtet und verstanden werden, und zwar genau so, wie sie an sich ist, unverfälscht und nicht manipuliert durch künstlich herbeigeführte Vorgänge, die nur mit Hilfe irgendwelcher Gerätschaften ablaufen konnten. Wissenschaftlichkeit war danach die Verknüpfung von religiösen Wahrheiten mit den Lehrsätzen Aristoteles, denen zufolge die Welt eine von Gott geschaffene Ordnung war.

Das änderte sich erst mit dem Wirken von Galilei. In seinem Werk „Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme“ hatte er erstmals wissenschaftlich-experimentell die Planetenbewegungen um die Sonne untersucht und damit endgültig Kopernikus’ Theorie bestätigt. Als er zu Beginn des 17. Jh. ein Fernrohr einsetzte, um den Nachthimmel zu beobachten, war das schon ein naturwissenschaftlicher Tabubruch.

Galilei gilt als Begründer der modernen Naturwissenschaft, weil er eine neue Vorgehensweise, Gesetzmäßigkeiten in der Natur zu entdecken, eingeführt hat.

Nach Gründen und Ursachen forschte später Newton und kam zu einer umfassenderen physikalischen Theorie, die er in seinem berühmten Werk „Die mathematischen Prinzipien der Naturphilosophie“ darlegte. Darin verfolgt Newton den Grundgedanken einer universalen Theorie: Im gesamten Universum gelten einheitliche Naturgesetze, also auf der Erde genau dieselben wie außerhalb der Erde.

Für uns heute ist das völlig selbstverständlich, für die damalige Zeit war das revolutionär; für das Mittelalter war der Himmel eine ganz eigene Welt, eine Art geheimnisvolle „Überwelt“, die der Mensch sorgfältig beobachten durfte, aber nicht verstehen und erklären kann.

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