Lektion 19

Luther, die Reformation und ihre Folgen

Vor 500 Jahren sah die Welt ganz anders aus: West-, Nord- und Südeuropa waren katholisch und Religion war keine Privatsache. Die Kirche stand mitbestimmend mitten im öffentlichen Leben. Der Papst leitete die Kirche und er bestimmte, was den Christen als wahrer Glaube zu vermitteln sei.

Die Kirche hatte um diese Zeit noch viel mehr Funktionen als heute: Taufe, Hochzeit, Begräbnis, Erziehung und Schule, Armenfürsorge, Krankenpflege. Sie nahmen sich auch der ausgesetzten (meist unehelichen) Kinder an.
Auch die Menschen waren anders: Es herrschte eine handfeste Frömmigkeit …
Doch die Menschen sorgten sich nicht nur um ihr ewiges Heil, sie verlangten auch zunehmend nach Welterklärung. Für beides war damals die Religion zuständig. Aber der hohen Geistlichkeit waren Geld, Macht und Kunst wichtiger als die Nöte der Gläubigen und der einfache Klerus war so schlecht ausgebildet, dass er die Aufgabe, das Volk zu belehren, nicht übernehmen konnte.
Auch der Brauch, reiche Leute um Spenden zu bitten entartete. Ablassprediger zogen durch die Lande und versprachen nicht mehr Sündenvergebung durch Reue und angemessener Zahlung, sondern verzichteten ganz auf die Reue. Nutznießer dieses Systems waren auch die Bischöfe: sie bekamen ihre „Umsatzbeteiligung“.
Zu dieser Zeit lebte Martin Luther (1483 - 1546). Er konnte sich nicht mit den verkommenen Sitten des Klerus abfinden.
Der Mensch, so Luthers Glaube, ist durch die Erbsünde verderbt; stete und fortgesetzte Buße und ein fester Glaube sind nötig, um ihn zu erlösen, es ging nicht durch gute Taten.
Auch hielt er Priester als Vermittler für überflüssig… der Mensch brauchte nur die Bibel zu lesen und danach zu handeln. So übersetzte er die Bibel ins Deutsche.
Hier ist der damals – und lange noch bestehende - unterschiedliche Ansatz von Bildung zwischen den Katholiken und den Protestanten begründet: Die katholische Kirche wollte ihre „Schäflein“ gehorsam – dazu war Bildung eher hinderlich. Die Protestanten dagegen brauchten zumindest gute Lesekenntnis und damit geht Bildung einher.
Luther predigte auch ein arbeitsames Leben. Jeder hatte da, wo er stand, sein Bestes zu geben. Er prägte den Begriff des Berufs als Berufung von Gott…

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