Lektion 22

Die Romantik

Die Romantik (circa 1790 bis etwa 1830) war nicht eine Stilrichtung in der Kunst, sondern sie war eine Weltanschauung, die sich gegen den unbedingten Glauben der Aufklärung an die Vernunft und das Nützlichkeitsdenken der Zeit absetzen wollte.

Durch die Aufklärung hatte man zwar geistige, politische und innere Freiheit gewonnen. Aber dennoch entwickelte sich zu dieser Zeit trotz allen Fortschritts ein Gefühl des Mangels.

Es war zu vieles zerbrochen: Die Französische Revolution mündete in unvorstellbaren Terror. Im Zuge der beginnenden Industrialisierung wurden Natur und Mensch in zunehmendem Maße nur noch in ihrem ökonomischen Nutzwert gesehen.

Das feste Weltbild, zumeist religiös verankert, geriet ins Wanken. In der Moderne war nichts mehr sicher. Es war alles zersplittert. Es gab keine geschlossene Einheit der Werte mehr. Die Folge war größere Eigenverantwortung. Das führte zu Verunsicherung, denn Eigenverantwortung musste erst erlernt werden.

Gegen die oben erwähnten Gefühle des Mangels baute man Gegengewichte auf:
• Schwärmerisch sprach man über die Freundschaft und versuchte sie zu leben.
• Die Romantiker glaubten an die Macht des Ahnens, Schauens, der Intuition.
• Sie priesen das Reich der Phantasie und des Traums, bis hin zu den dunklen Bereichen der Seele.
• Sie pflegten die abgeschlossene Welt des intakten Freundeskreises.
• Sie verehrten und sammelten die einfache Kunst des Volkes, da sie am ursprünglichsten sei und sie begeisterten sich für die Schönheit und Wildheit der Natur…

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