Lektion 24

Marx, die Industrialisierung und die „Innerweltliche Askese“

Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt, zunächst in England, später in Frankreich und Deutschland die Industrialisierung. Der Aufbau der Industrie verlangt bedeutende Finanzmittel. Zum Ausgleich sucht der Unternehmer nach billigen Arbeitskräften. Das waren dazumal Menschen, die mittellos vom Land in die Stadt gekommen waren, auch Handwerker, deren Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig waren.

Die damals vorherrschende Ideologie des Liberalismus mit ihrer einseitigen Betonung von Freiheit und Eigentum kannte keine Fürsorge für die Schwachen. Niedrige Löhne zwangen die Arbeiter zu langen Arbeitszeiten. Sonntags-, Frauen- und Kinderarbeit waren die Regel. Diese weit verbreiteten gesellschaftlichen Zustände lieferten wichtige Impulse für Marx und die Entwicklung seiner Theorie.

Marx war der Ansicht, dass vor allem die materiellen Lebensbedingungen einer Gesellschaft das Denken und Bewusstsein der Menschen prägen und ausschlaggebend für ihre historische Entwicklung sind.
Er sieht das Zusammenleben der Gesellschaft als Klassenkampf. Zu allen Zeiten der Geschichte existierte für ihn ein Widerspruch zwischen zwei dominierenden Gesellschaftsklassen. War es in der antiken Sklavenhaltergesellschaft der Widerspruch zwischen den freien Bürgern und den Sklaven, so war es in der bürgerlichen Gesellschaft zu Marx eigener Zeit, derjenige zwischen Kapitalisten und Arbeitern.
Im kapitalistischen System arbeitet der Arbeiter für einen anderen. Und durch die Zerstückelung der Arbeit, sieht er nicht mehr „was“ er schafft, er ist seiner Arbeit entfremdet. Der Arbeiter wird seiner eigenen Arbeit fremd – und damit auch sich selber…

Die Innerweltliche Askese entsteht mit dem Protestantismus. Dieser ist verantwortlich für eine entstehende strenge Berufsmoral, für ein bescheidenes Leben und – für eine sich ausdehnende Bildung. Eine interessante Geschichte…

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