Lektion 26

Freud und die Psychoanalyse

Sigmund Freud gehörte zu den Denkern, die auf zahlreiche Disziplinen großen Einfluss ausübten. Er entwickelte mit der „Psychoanalyse“ ein psychotherapeutisches Verfahren sowie ein Erklärungsmodell für das Seelenleben.

Um psychisch kranken Menschen zu helfen, entwickelte Freud eine Behandlungsform, die u.a. auf freien Assoziationen und auf Traumdeutung beruhte. So hoffte er, die seelische Struktur des Menschen zu verstehen und behandeln zu können.

Freud sah den Menschen primär als ein asoziales, selbstgenügsames Lebewesen, das von "Ich-Trieben" und der "Libido" bewegt wird.

Nach eigenem Bekunden hat Freud damit der Menschheit die dritte große Kränkung zugefügt:
• Nachdem Kopernikus den Menschen aus der Mitte des Universums verbannt hatte und
• Darwin ihn als Krone der Schöpfung entthronte,
• hat Freud gezeigt, dass der Mensch nicht einmal „Herr im eigenen Hause“ ist.

Wenn wir Freud und Marx vergleichen, dann sah Marx in der kooperativen Arbeit die Grundlage der menschlichen Gesellschaft. Was die menschliche Spezies auszeichnet und aus der übrigen Natur heraushebt, ist, dass wir arbeitend unsere Umwelt und anschließend uns selbst verändern, um uns dieser veränderten Umwelt anzupassen.

Freud dagegen sah in der Arbeit nichts Ursprüngliches, fordert sie doch hohen Triebverzicht.
Je komplexer die Gesellschaft wird, je höher die Stufe der Zivilisation einzuschätzen ist, auf der wir uns bewegen, desto mehr an unmittelbarer Triebbefriedigung müssen wir aufgeben und umso mehr psychisches Leid müssen wir ertragen lernen…

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