Lektion 28

Ökonomische Theorien

Wirtschaften bedeutet, Wohlstand zu mehren.

Adam Smith (1723-1790) ist der Gründervater der modernen Ökonomischen Theorie. Für ihn sind die Quellen des Wohlstands 1.) Arbeitsteilung in der Produktion und 2.) Tausch der Produkte auf liberalisierten Märkten. Arbeitsteilung erhöht die Schlagzahl, schafft Preisvorteile. Freie Märkte ermitteln den Käufer mit der höchsten Wertschätzung für das Produkt und damit den höchst erzielbaren Preis. Werden Märkte damit zu automatisierten Gradmessern der Effizienz? Und: Wer gewinnt am meisten? Und wer vielleicht gar nichts?

Muss auch der Staat Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen? Das jedenfalls war die Ansicht von John Maynard Keynes (1883-1946), der aufgrund der großen Wirtschaftsdepression der späten 1920er Jahre die Theorie aufbaute, Nachfrage durch vermehrte Staatsausgaben und Steuererleichterungen zu beleben. Sind demnach die Selbstheilungskräfte eines liberalen Marktes nicht stark genug? Und: Wie viele Stellschrauben müssen nach Keynes Ansicht gedreht werden und wann sind sie sich vielleicht selbst im Weg?

Nobelpreisträger Milton Friedman (1912-2006) jedenfalls drehte die Stellschrauben wieder zurück, denn er war davon überzeugt, dass ungeschickte wirtschaftspolitische Eingriffe Krisen nur verschärfen und dass sich alle Probleme nur durch unregulierte, sich selbst überlassene Märkte lösen lassen. Seine Sichtweise war so einflussnehmend, dass die USA (unter Reagan) und Großbritannien (unter Thatcher) die Idee übernahmen. Führten unbeaufsichtigte, ungezügelte Märkte in den 90er Jahren zu den Auswüchsen der Globalisierung und anfangs dieses Jahrtausends zur Schuldenkrise?

zurück        
 

 

 
 
 
 
 

© 2008-2014
Marienberger Seminare e.V. und
Akademie der Marienberger Seminare